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O.R.Wi. im Weinviertel

Lange haben wir auf diese Ausfahrt gewartet. Nicht so lange haben wir uns vorbereitet. Am vergangenen Wochenende fand sie endlich statt – die “In Velo Veritas”. Am Wochenende des 15. und 16. Juni 2013 trafen sich einige hundert Alteisen-Liebhaber in Wolkersdorf im Weinviertel, vor den Toren Wiens. Nach unserer Registrierung am Samstag hatten wir noch Gelegenheit, den Teilemarkt zu durchstöbern und die Fahrrad-Ausstellung zu bewundern.

Endlich fanden wir Organisator Horst Watzl (eigentlich hat er uns gefunden) und wir durften ihm stolz unser Mitbringsel übergeben – das weltweit erste ”in velo veritas”- Trikot von O.R.Wi.

Fesch schaut er aus, der Horst:

Horst Watzl In Velo Veritas

Nun, wie die Abende im Weinviertel verlaufen – dazu müssen wir nicht ins Detail gehen.

Am Sonntag dann, trat zur ersten offiziellen Austragung dieser Klassikerrundfahrt ein Peloton aus 300 Mitstreitern an, um sich altem Material, Hügeln und Schotterwegen, und auch den hochsommerlichen Temperaturen zu stellen. Die Harten (wie z.B. Mitglieder des Berliner Eisenschweinkaders) starteten um 9:00 Uhr zur 173km langen Century-Runde; eine Stunde später der Großteil der Teilnehmer -so auch das O.R.Wi.-Team (Klaus, Gastfahrer Oliver und ich)- zur 88km langen Half Century-Runde. Am Abend zuvor hat O.R.Wi. (nicht ich, trotzdem Danke für die Glückwünsche auf FB) sein einjähriges Bestehen gefeiert. Daher starteten wir leicht angeschlagen.

Die ersten zwanzig Minuten verliefen gesittet hinter dem Pace Car. Da konnte man die Seele baumeln lassen, letzte Praxistests am Material durchführen und evtl. beheben oder aber versuchen, sich an die Spitze der Gruppe durchzuhangeln. Scheinbar war Oliver in der letzten Disziplin besser als wir, denn wir haben ihn beim Start zuletzt gesehen.

Irgendwann fuhr das “Bremsfahrzeug” zur Seite und wir wurden gleich von einem knapp drei Kilometer langen Anstieg begrüßt. Überhaupt haben es die ersten 25 Kilometer in sich – bergauf, bergab, oft in der Direttissima, meist ohne Schatten, war das schon ein ordentlicher Auftakt.

ORWI In Velo Veritas Start

Auf der schattenlosen Spitze eines dieser Hügel wurden wir auch gleich von der ersten Panne heim gesucht: Plattfuß.

Ist ja kein Problem, Ventil auf, Dichtmilch rein, aufpumpen. Geht nicht. Das Loch ist zu groß. Also Schlauch wechseln und aufpumpen. Es war mein einziger Reserveschlauch. Jetzt durfte nichts mehr passieren.

ORWI In Velo Veritas Panne 1

Zum Zeitpunkt der Panne waren wir im vorderen Drittel des Teilnehmerfeldes. Als wir weiter konnten, war niemand mehr hinter uns. Niemand. Nun, wir hatten ja ein Päuschen, also hieß es jetzt: Druck! Wir wussten aber, dass die erste Verpflegungsstation nicht weit war und wir dort die meisten wieder aufholen würden. Tatsächlich trafen wir dort Oliver wieder, der kameradschaftlich eine gute halbe Stunde auf uns gewartet hat. Klaus und ich füllten nur unsere Getränke auf. Zu dritt starteten wir weiter, mittlerweile wieder im Mittelfeld des Pelotons.

Da kam der zweite Plattfuß. Jetzt wurde es spannend. Wir hatten noch ein wenig Dichtmilch und den alten Schlauch (ohne Flickzeug).

ORWI In Velo Veritas Panne 2

Also noch mal: Ventil raus, Dichtmilch rein, aufpumpen – hält! Dieses Loch war klein genug. Was für ein Segen! Dass 19mm Drahtreifen für so ein Unternehmen nicht das Mittel der Wahl sind, war mir vorher klar. Ich hatte auch noch rechtzeitig breitere Reifen bestellt. Nur kamen die in Gelb an. Ich kann doch keine gelben Reifen an mein Rad montieren! Außerdem vertraute ich auf mein Fahrkönnen. Völlig zu unrecht, wie sich herausstellte.

Weiter ging’s. Viele Teilnehmer verbrachten wohl recht lange an der ersten Verpflegungsstation, so dass wir von nicht zu vielen überholt wurden. Ein paar Freunde gesellten sich zu uns. Und so ging es in einer Gruppe von sechs bis acht Leuten gemeinsam weiter. Die Straßen wurden jedoch nicht besser. Schotterpassagen fuhr ich nur noch im Stehen. Aber der Reifen hielt.

Die zweite Verpflegung kam. Dort machten wir ordentlich Rast – im Museumsdorf Niedersulz (das ist übrigens auch ohne Rad einen Besuch wert). Seht nur, hier sind einige O.R.Wi.-Trikots versteckt:

ORWI In Velo Veritas Labe 2

Nach einer ordentlichen Hauptmahlzeit und auch Kaffee und Kuchen ging es weiter auf’s letzte Drittel. Die Sonne brannte mittlerweile erbarmungslos. Und die Beine wurden durch die Pause nicht leichter. Aber wir waren jetzt eine ordentlich große Gruppe, die sich manchmal auf einen Kilometer Länge verteilte, aber immer wieder zusammen fand. Hier seht Ihr Klaus im Vordergrund. Neben mir in Hellblau steht Oliver – unglaublich fit und kaum zu bremsen:

ORWI In Velo Veritas Pause

Er und Peter (in Grün) machten ordentlich Druck, so dass die letzen 32 Kilometer noch recht zackig abgespult werden konnten. Die hatten es jedoch auch noch in sich – Pavé, Sand, Schotter,Lehm – und immer wieder ging es bergauf. Das mochte man dem eher flachen bis leicht hügeligen Wiener Umland nicht ansehen.

ORWI In Velo Veritas Pave

ORWI In Velo Veritas Letztes Drittel

Irgendwann ging es dann bergab. Wir bogen rechts auf eine ebene Straße. Und dann sahen wir Schloß Wolkersdorf. Dort sind wir vor sechs Stunden und zwei Plattfüßen gestartet. Also nochmal Vollgas! Den letzten Kilometer mit wehenden Fahnen abspulen und durch die Ortschaft fliegen.

Und dann: durchs Ziel – aus – habe fertig. Schön war’s!

Fazit: Die “In Velo Veritas” ist ein absolut gelungenes und uneingeschränkt empfehlenswertes Ereignis, das schon bei seiner Erstaufführung perfekt organisiert war. Gerade das Familiäre macht den Reiz dieser Veranstaltung aus. Fremde Fahrer, mit denen man ein Stück Seite an Seite gefahren ist, trifft man an der Verpflegung oder im Ziel wieder. Man erkennt sich, verliert sich nicht in der anonymen Masse. Horst empfing jeden einzelnen Fahrer persönlich im Ziel und gratulierte.

Fazit 2: Unsere O.R.Wi.-Leiberl haben -wieder mal- alles klaglos mitgemacht.

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