merino, jersey, classic jersey, merino jersey, wool jersey, trikot, radtrikot, merino trikot, skitouren, bergwandern, klettern, joggen, bio sportbekleidung
Warenkorb - 0,00€

Zwei mal im Jahr organisiert Jens, zweimaliger, erfolgreicher Paris-Brest-Paris-Teilnehmer, sein eigenes P-B-P: Pasing-Biergarten-Pasing.

Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit. Um 11:00 Uhr war Treffpunkt, wie immer am Wirtshaus Franzz (http://www.franzz.com). Das diesjährige Frühjahrs-Event fiel aus. Und die Herbstausfahrten, bei denen ich teilgenommen habe, fielen dem Regen zum Opfer. Nun standen die Chancen besser – mehr als 30° waren angekündigt.

Klaus konnte leider nicht teilnehmen, so dass ich alleiniger Vertreter des O.R.Wi.-Teams war. Und wie es sich gehört, wollte ich nicht mit dem Auto ans andere Ende von München reisen, sondern auf zwei Rädern. Die Ausfahrt sollte ab Pasing etwa 70km lang werden. Mit An- und Abreise stünden mir also etwa 130km bevor. Morgens um 9:30 Uhr startete ich. Dieses Mal sollte das Milani meine Rosinante sein; 35 Jahre alt, ein echter Garagenfund, praktisch im Neuzustand. Als glückbringendes Neuteil am Rad, ein Garmin EDGE 500, welches mir den Weg weisen sollte.

Start, morgens um 09:30.

Start, morgens um 09:30.

Die sonntägliche Fahrt durch München ist vormittags mehr als erträglich. Den Friedensengel hinunter kann man sich die Spur aussuchen. Man kann sich quer durch’s Zentrum bewegen, als sei man ein Auto. Erst auf der Landsberger Str. wählt man besser den Radweg – schon alleine wegen der Ampelstopps. Die gelten oft nur für die Fahrbahn.

Morgens, den Friedensengel runter.

Morgens, den Friedensengel runter.

Um 11:05 Uhr war ich da. Ich hatte mich etwas verfahren, weil das Navi nagelneu ist und ich eher intuitiven Umgang mit solchen Geräten pflege, als dass ich eine Anleitung lesen würde. 6 Leute waren bereits da, auf weitere 4 warteten wir. Gegen 11:30 Uhr ging es los, in Richtung Westen. Ich muss zugeben, dass ich mir erst nach der Fahrt ansehen konnte, wo wir überhaupt waren. Dank GPS ist das kein Problem.

Nach kurzem Zick Zack durch den Münchner Speckgürtel wurde die Gegend übersichtlicher. Das Land ist in Richtung Ammer- bzw. Starnberger See recht flach. Mit hohem Tempo rollten wir dahin, mal dicht beieinander, mal etwas gestreckt.

Oli gibt Gas!

Oli gibt Gas!

Keine Panne ließ uns warten; nur hin und wieder blieben wir stehen, um uns wieder zu einem kompletten Peloton zu sammeln. Mittlerweile wurde die Hitze spürbar, schwer erträglich. Jens musste von uns im Minutentakt “WANN SIND WIR ENDLICH DA?”  ertragen.

Wann sind wir endlich da??

Wann sind wir endlich da??

Und als wir aus dem letzen Wald heraus kamen, sahen wir die erlösende Ortschaft, namentlich Frieding, 3km vor Andechs. Trotz Gegenwind stand beim Biergartensprint kurzzeitig die “5″ vorne am Geschwindigkeitsmesser. Pünktlich um 13:00 Uhr liefen wir ein. “Hat jemand reserviert?” “Wozu? Sonntags bei 30°?” Es gab Plätze. Und es gab sogar Radständer!

Endlich!

Endlich!

Und nach einer viertelstündigen Reise nach Jerusalem fand doch jeder ein Plätzchen, an dem er glücklich für die nächste Stunde verweilen wollte. Schnell wurden die Getränke bestellt, geliefert wurden sie nicht schnell genug. Obwohl ich nur knapp 70km auf der Uhr hatte, war der Durst fast unerträglich. Die Russenmaß war Sekunden nach Lieferung nur noch die Hälfte ihrer selbst. Den später gebrachten Schweinebraten hat sie nie kennen gelernt. Schnell wurde es erträglicher – Schatten, Bier. Was will man mehr? Wenn da nicht die Gewissheit wäre, dass man an diesem Tag noch mal so viel vor hatte.

Gruppenbild aller Klassikerfahrer.

Gruppenbild aller Klassikerfahrer.

14:00 Uhr: Espresso, noch ein schnelles Gruppenbild, solange wir komplett waren. Denn unsere Wege sollten sich bald trennen.

Heimfahrt.

Heimfahrt.

So war es geplant, dass Oliver und Joe, sein Gast aus Südafrika (der noch am selben Abend zurück fliegen wollte) und ich in der Direttissima heim wollten. So fuhren wir noch etwa 10 Minuten gemeinsam, ehe wir drei direkt über Gauting, Planegg, Westpark, Zentrum und Zamdorf nach Hause fuhren. Glücklicherweise leisteten meine beiden Mitstreiter abwechselnd Führungsarbeit. Ich war -bei deren Pace- nicht mehr dazu in der Lage. Vielmehr war ich froh, wenn Oliver führte. Da stand der Tacho bei 34km/h. Wenn Joe übernahm, wurde es noch mal etwas schneller. Von Gauting nach Planegg hatte ich alle Hände voll zu tun, nicht abreissen zu lassen. In der Stadt wurde die Geschwindigkeit humaner. Die Gegend war mir völlig fremd. Mit schlafwandlerischer Sicherheit jedoch führte uns Oliver durch die Betonwüste des Westends – fast, als sei er dort aufgewachsen.

Auf dem Heimweg durch den Westpark.

Auf dem Heimweg durch den Westpark.

Zu diesem Zeitpunkt schlug mein Kilometerzähler auf 100km um.

Im Westpark waren die 100km komplett.

Im Westpark waren die 100km komplett.

Plötzlich waren wir an der Theresienwiese! Schwanthalerstraße! Sonnenstraße! Bekanntes Terrain weckte noch mal Energie in mir. Wir beanspruchten eine Spur für uns und hielten in Ortsgeschwindigkeit mit. Was hätte ich für eine andere Wahl gehabt?? Nur nicht aufgeben. Das Herz schlägt bis zum Hals, die Oberschenkel brennen. Aber umso schneller ist’s vorbei.

Theresienwiese - Aufbau Oktoberfest 2013

Theresienwiese – Aufbau Oktoberfest 2013

Friedensengel wieder rauf, Grillparzerstraße, Einsteinstraße. Hier trennten sich unsere Wege abermals und ich fuhr die restlichen 20km alleine nach Hause.

An der Tankstelle Vogelweideplatz noch mal Wasser nachgefüllt. Und langsaaaaaaaaam heim. Sehr langsam. 25km/h maximal. War ja auch Gegenwind.

Ende.

Ende.

17:00 Uhr, nach 124km: daheim. Ausziehen. Planschbecken.

 

Übrigens sind Mitfahrer jederzeit willkommen. Auf facebook kündigen wir die Termine meistens an.

Comments are closed.